Outlast Test

Das Survival-Horror Genre erlebt bereits seit einiger Zeit einen zweiten Frühling. Anstatt einer Waffe bekommt man eine Taschenlampe und statt schweren Rüstungen Notizblöcke oder andere kleine Hilfsmittel die sich im Kampf als recht nutzlos erweisen. Gegner sind im Survival-Horror Genre kein Kanonenfutter sondern Hindernisse die man nur mit viel Feingefühl umgehen oder austricksen kann. Auf der PlayStation 4 gab es bislang keinen reinrassigen Vertreter des Genres, was sich dank Outlast nun aber ändert. Besitzer von PlayStation Plus können den neuen Titel aus dem Hause Red Barrel Games derzeit kostenlos herunterladen, Spieler ohne PlayStation Plus können das Spiel für gut 19 Euro in einer digitalen Version erwerben. Wie uns Outlast im Test gefallen hat, erfährt Ihr im nachfolgenden Beitrag.

Endstation Mount Massive Asylum

Die Geschichte von Outlast verschlägt euch in die abgelegene Psychiatrische Klinik Mount Massive Asylum in der laut anonymen Tipps nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Als Spieler schlüpft man in die Rolle eines Journalisten der sich mit Stift und Kamera bewaffnet aufmacht um der Sache nachzugehen. Eure Kamera besitzt eine praktische Nachtsichtfunktion die in Outlast anstelle einer Taschenlampe zum Einsatz kommt. Im Vergleich zu einer klassischen Taschenlampe bietet die Nachtsichtfunktion einen kleineren Wirkungsradius, man muss sich also bereits recht früh mit einer eingeschränkter Sicht zufrieden geben. Dies passt natürlich perfekt ins Programm des Spiels, da man sich dadurch angreifbarer und unsicherer in den verschiedenen Arealen fühlt. Dank des Nachtsicht-Modus erstrahlt Outlast zusätzlich in einer komplett eigenen Optik in zum Horror-Genre wie die Faust aufs Auge passt.

Die Geschichte wird zum Großteil über Notizen sowie Dokumente weitererzählt. Die jeweiligen Notizen werden vom Spielcharakter selbst verfasst, sobald man vordefinierte Szenen mit der Kamera aufzeichnet. Dokumente sind in Mount Massive Asylum verstreut und beinhalten oftmals E-Mail Konversationen über die man immer wieder kleine Infos darüber bekommt, was den nun wirklich in der Klinik vorgefallen ist.

Nichts für schwache Nerven

Red Barrel Games setzt bei Outlast nicht auf großangelegte Areale sondern setzt euch immer nur in kleinere Abschnitte die erkundet werden müssen. Die Erkundungstouren dienen dabei als sogenannte Ruhezeiten in denen die Spannung mithilfe der Szenerie sowie einer musikalischen Untermalung aufgebaut wird. Die Schockmomente sind dabei sehr bedacht gewählt und bleiben bis zum letzten drittel des Spiels sehr effektiv. Oftmals gaukelt man dem Spieler eine vermeintliche Sicherheit vor nur um im nächsten Moment einen Gegner unerwartet ins Spiel zu bringen. Da man wie schon angesprochen nicht wirklich die Möglichkeit hat, sich gegen seine Widersacher zu Wehr zu setzen, hilft nur die Flucht gefolgt von einer hektischen Suche nach einem passenden Versteck. Die gegnerische KI ist dabei recht gut gelöst worden. Werdet Ihr z.B. gesehen während Ihr euch unter einem Bett versteckt, werdet Ihr ziemlich schnell aus einem Versteck gezogen, schafft man es ungesehen zu verschwinden kann man beruhigt durchatmen. Im Versteck angekommen, hat man oftmals keine gute Einsicht darauf, wo sich euer Verfolger befindet. An dieser Stelle muss man sich oftmals auf seine Ohren verlassen und sich auf Schritte sowie andere akustische Merkmale konzentrieren. In die Umsetzung der Soundeffekte floss offensichtlich viel Arbeit, etwas schlechter fällt die englische Synchronisation aus die Stellenweise Verbesserungsfähig ist.

Unreal Engine 3 mit abwechslungsreicher Optik

Grafisch präsentiert sich Outlast dank für das Gameplay wichtigen Kamera recht abwechslungsreich. Insgesamt gibt es drei optisch unterschiedliche Anzeigearten die jeweils auch die gebotene Atmosphäre drastisch verändern. Verwendet man die Kamera ohne Nachtsichtfunktion, wird das Bild etwas körnig, mit aktiver Nachtsichtfunktion hat man nur einen eingeschränkten Sichtradius sowie eine Überbelichtung sobald man sich in hellere Bereiche vorschleicht. Der Nachtsicht-Effekt ist zusätzlich ausschlaggebend für die düstere und beklemmende Atmosphäre in komplett dunklen Räumen. Gegner erkennt man oftmals spät und reagiert nach einer Schrecksekunde erst nachdem man bereits von reflektierenden Augen verfolgt wird. Ganz ohne Kamera bekommt man ein recht klares Bild präsentiert, fühlt sich gleichzeitig aber angreifbarer. Die meiste Zeit verbringt man somit im Kamera-Modus allzeit bereit die Nachtsichtfunktion zu aktivieren. Die Kamera selbst benötigt im Nachtsichtmodus Batterien die speziell bei einer sehr vorsichtigen Spielart schnell knapp werden können. Neue Batterien sind in Mount Massive verstreut zu finden, hat man seine Batterien aufgebraucht muss man sich fast blind durch die Spielwelt schlagen, was die Herzinfarktgefahr natürlich akut ansteigen lässt.

Das Level-Design sowie der Grafikstil ist detailliert und abwechslungsreich gestaltet worden. Die Spielwelt ist dabei auch recht detailliert umgesetzt worden und zeigt, dass man bei der Umsetzung viel Liebe fürs Detail hatte. Outlast wurde mithilfe der Unreal Engine 3 umgesetzt, die sich natürlich auch heutzutage noch großartig präsentieren kann. Die Framerate bleibt weitgehend Konstant scheint aber ins schwitzen zu kommen, sobald mehr Raucheffekte ins Spiel kommen. Dramatisch fallen die Slowdowns dabei nicht aus, sind aber trotzdem merklich.

Knappe 6 Stunden Spielzeit

Die dichte Atmosphäre, die allgemeine Qualität des Gameplay’s sowie der Präsentation lässt schnell vergessen, dass Outlast von einem Entwicklerteam bestehend aus nur 11 Leuten umgesetzt wurde. Im normalen Spielmodus bekommt man nach gut 6 Stunden Spielzeit die Credits zu sehen. Für ein Spiel das derzeit kostenlos für PlayStation Plus Abonnenten ist und für alle anderen derzeit etwa 20 Euro kostet, kann die vergleichsweise kurze Spielzeit doch überzeugen.

Eines der wohl besten Horror-Abenteuer der letzten Jahre

Es ist manchmal erstaunlich wie es ein kleines Team an Entwickler bewerkstelligt selbst große Titel mit höheren Budgets spielerisch in den Schatten zu stellen. Die positiven Aspekte von Outlast beginnen bei einer wundervollen grafischen Präsentation und Enden bei einem Gameplay das man in der Form schon gesehen hat, aber selten so gut umgesetzt werden konnte. Outlast spielt mit euren Gefühlen und greift oft erst dann an, wenn man sich am sichersten fühlt und schlägt dabei oftmals härter zu als der stärkste Boxer. Die grafische Umsetzung ist sehr gut gelungen und speziell der Einsatz der Nachtsichtfunktion zeigt, dass man aus dem guten alten Survival-Horror Genre noch sehr viel herausholen kann.

Veröffentlicht von

Redaktion

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